St Martin & Leewards: Routenempfehlung & Tipps
Ein kompakter Guide für deinen Segeltörn rund um St. Martin, St. Barths und Anguilla mit konkreter Route, praktischen Tipps und wichtigen Revierbesonderheiten. Du erfährst, worauf du beim Einklarieren achten musst, welche Spots sich lohnen und wo Vorsicht geboten ist. Ideal zur Planung eines zweiwöchigen Törns in den Leewards.
Routenvorschlag (ohne Südseite von St. Martin):
Anse Marcel – Île Tintamarre – Colombier – Gustavia – Île Fourchue – Road Bay – Rendezvous Bay – Meads Bay – Prickly Pear – Crocus Bay – Dog Island – Road Bay – Anse Marcel
Wir waren in zwei Wochen auch auf der Südseite von St. Martin (Sint Maarten), diese hat uns allerdings nicht besonders gefallen. Ich würde dir empfehlen, mehr Zeit rund um St. Barths, den französischen Teil von St. Martin und Anguilla zu verbringen.
Internet:
Leg dir definitiv ein Starlink zu. In diesem Revier gibt es große Probleme mit der Netzabdeckung und den Funkmasten der verschiedenen Länder. Das kann mitunter sehr teuer werden, wenn du Tarife aus anderen Ländern nutzt. In einigen Buchten gibt es gar kein oder nur schlechtes Netz (z. B. Île Fourchue). Auch globale eSIM-Anbieter machen häufig Probleme.
Einklarieren:
Hier musst du sehr häufig ein- und ausklarieren: Die Nordseite von St. Martin ist französisch, die Südseite niederländisch. St. Barths ist ebenfalls französisch, gilt aber als eigenes Gebiet – auch hier musst du ein- und ausklarieren. Anguilla gehört zu Großbritannien. Saba, Statia sowie St. Kitts und Nevis sind eigenständige Länder; der Aufwand zum Einklarieren ist dort, vor allem bei Letzteren, sehr hoch.
Die Behörden sind teilweise strikt: In St. Barths kannst du noch eine Nacht vorher in einer der Buchten (Île Fourchue oder Colombier) liegen, bevor du am nächsten Tag einklarieren musst. In den niederländischen, britischen und französischen Gebieten muss das in der Regel am selben Tag erfolgen. Bei Aufenthalten von 24–48 Stunden kannst du oft direkt beim Einklarieren auch wieder ausklarieren – frag das vorher nach und plane deine Route entsprechend.
Check beim Einchecken auch, dass du alle Flaggen der Länder an Bord hast, die du bereisen willst, inklusive gelber Flagge.
Ein- und Ausklarieren erfolgt u. a. hier:
Französisches St. Martin:
- Marigot Bay
- Marina Anse Marcel
Niederländisches Sint Maarten:
- Great Bay
- Simpson Bay
St. Barths:
- Gustavia
Anguilla:
- Road Bay
- Blowing Point (eher für Notfälle, auch weniger attraktiv zum Liegen als Road Bay)
Preise:
Generell sind die Preise relativ hoch, vor allem in St. Barths: T-Shirts kaum unter 50 €, zwei Kugeln Eis etwa 9 €, ein Drink ebenfalls. Nach oben gibt es praktisch keine Grenzen – Badehosen für 320 € sind keine Seltenheit. Saint Martin und Anguilla sind ein wenig billiger, auf Anguilla kann man sehr gut essen gehen, kostet aber auch dementsprechend viel.
Schwell und Schutz vor Wind:
St. Martin, Anguilla und St. Barths sind vergleichsweise offen und deutlich weniger vor Wind und Schwell geschützt als die Westseiten der Windward-Inseln. Während der Saison dominiert Nordost- bis Südostwind, meist mit entsprechendem Schwell aus derselben Richtung. Dadurch sind z. B. die Nordseiten von St. Barths oft nicht anfahrbar. Auch die Nordostseite von Anguilla ist häufig dem Schwell ausgesetzt, und die Ostseite von St. Martin eignet sich nicht immer als Ankerplatz.
Badestopps wie Île Tintamarre oder andere vorgelagerte Inseln im Norden sind nicht dafür geeignet, dort über Nacht zu bleiben.
Regeln & Natur:
Große Teile der Inseln sind Naturschutzgebiete mit strengen Regeln: Geschwindigkeitsbegrenzungen, Angelverbote sowie Einschränkungen für Wassersport, Drohnen etc. Außerdem gibt es klar ausgewiesene Gebiete, in denen Ankern verboten ist.
Zudem sind viele der Fische dort nicht zum Verzehr geeignet.
Ich hoffe, das hilft dir bei der Planung und wünsche dir einen richtig guten Törn.





