Segeln um Anguilla
Anguilla ist ein entspanntes, sicheres und landschaftlich beeindruckendes Ziel mit einigen der schönsten Strände der Karibik. Der Guide zeigt dir, worauf du beim Segeln achten musst, wo sich Stopps besonders lohnen und welche Besonderheiten es vor Ort gibt. Ideal zur Ergänzung deiner Route in den nördlichen Leewards.
Anguilla ist wunderschön. Die Insel ist amerikanisch geprägt, wirkt dabei aber weder dreckig noch unsicher. Die Menschen sind sehr freundlich, kümmere dich aber frühzeitig um dein Abendessen, da viele Restaurants früher schließen, als man erwartet. Es gibt extrem viele traumhafte Strände, weshalb die Insel auch bei Touristen beliebt ist, die nicht mit dem Boot unterwegs sind.
Regeln:
Ein- und Ausklarieren erfolgt in der Regel über Road Bay. Blowing Point ist ebenfalls möglich, wird aber eher für Notfälle genutzt; zudem musst du die jeweils andere Station informieren, wenn du dort ein- oder ausklarierst.
Entgegen verbreiteter Annahmen darfst du im Marine Park (z. B. bei Prickly Pear) auch ankern und dort über Nacht bleiben – vorausgesetzt, du bezahlst den Marine-Park-Beitrag auch für den Folgetag. Wenn Bojen vorhanden sind, solltest du diese nutzen. Ankern ist nur auf Sand erlaubt, grundsätzlich aber gestattet.
Achtung: Sailclear funktioniert auf Anguilla nicht.
Finanztipp:
Zahle möglichst in US-Dollar (bar oder mit Karte), nicht in Euro bar, da häufig ein 1:1-Kurs angewendet wird. Bei einem schwachen Dollar entstehen dir sonst unnötige Verluste.
Für Taucher:
Anguilla eignet sich sehr gut zum Tauchen. Es gibt zahlreiche Touren und viele schöne Spots mit abwechslungsreicher Unterwasserwelt.
Routenspots:
- Rendezvous Bay:
Eine sehr schöne Bucht, allerdings mit Schwell bei Wind aus Ost bis Nordost. Die Coconut Bar ist empfehlenswert. Du kannst hier bei etwa 3 m auf Sand ankern, meist mit nur leichtem Schwell.
- Road Bay:
Ein zentraler, lebendiger Anlaufpunkt mit mehreren Restaurants und viel Betrieb. Hier erfolgt das Ein- und Ausklarieren. Empfehlenswert ist die Elvis Beach Bar: Essen solide, Drinks gut, außerdem gibt es viele Spiele für Kinder.
Das Immigration Office in Road Bay ist sehr freundlich und hilfsbereit. Über die Mittagszeit kann es allerdings vorkommen, dass die Pause etwas länger dauert als angegeben.
Zwei Tage im Nationalpark kosten z.B. für einen 45-Fuß-Katamaran etwa 150 €.
- Crocus Bay:
Schöne, geschützte Bucht mit viel Platz. Hier sind oft einige Megayachten unterwegs. Das einzige Restaurant schließt mitunter früh, und es gibt keine Digicel-Netzabdeckung – für einige Anbieter also ein komplettes Funkloch.
- Shoal Bay:
Am besten per Taxi erreichbar, zum Ankern eher ungeeignet. Wenn du einen klassischen Strandtag verbringen willst, ist das hier ideal. Sehr gutes Schnorcheln möglich, achte aber auf Brandung und Strömung am Riff.
- Prickly Pear:
Du kannst am üblichen Ankerplatz im Südwesten ankern und dann mit dem Dinghy anlanden. Bei Wind aus Südost kann es sinnvoll sein, in den Norden direkt vor den Strand zu gehen – das erfordert jedoch gute Sichtnavigation. Du musst um das Riff herum navigieren; am besten zwischen den Inseln hindurch und dicht an der Küste entlang, bis du südwestlich des Riffs bist, und dann mit einem Kurs von etwa 90° einlaufen. Google Maps Satellitenansicht hilft hier deutlich besser als Navionics, dort stimmt das Riff nicht ganz. Achte beim Anlanden auf die Brandung.
Die Beachbar im Süden bei der Captain-Morgan-Statue ist empfehlenswert:
Großes Menü (Lobster, Shrimps etc.) ca. 65 USD p.P., kleines Menü (Ribs, Hühnchen, Mahi Mahi) ca. 35 USD p.P. Sehr gutes Essen, Getränke vergleichsweise teuer (z. B. ca. 20 USD für einen Becher Rosé).
Der Strand ist sehr schön, ein Spaziergang nach Norden lohnt sich. Am Nordkap lag im April 2026 ein Wrack. Sonnenschutz ist Pflicht, es wird extrem heiß. Die Riffe eignen sich hervorragend zum Schnorcheln, außerdem kommen einige Tagesausflugsboote vorbei.
- Dog Island:
Wunderschön, aber oft viel Schwell. Viele Vogelkolonien. Ankern ist auf der Südostseite im flachen Wasser möglich, achte dabei auf die Brandung.
- Meads Bay:
Sehr schöne Bucht, für Übernachtungen benötigst du ein Permit. Im Norden der Bucht, einige Bootslängen von den Felsen entfernt, gibt es einen sehr guten Ankerplatz auf reinem Sand. Mehrere Beachbars laden zum Entspannen ein.
Ich hoffe, das hilft dir bei der Planung und wünsche dir viel Spaß auf Anguilla.





