08.09.2024
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Boote & Jetskis: Verhaltensregeln an spanischen Küsten


Nach dem tödlichen Bootsunfall die Tage vor Mallorcas Küste: Verhaltensregeln neu entflammt Der Tod des 20-jährigen Guillem C., der von einem Deutschen und dessen Luxusyacht nahe Cala Bona erfasst und getötet wurde, hat eine Diskussion um die Sicherheit auf dem Meer entfacht. Viele fordern neue, vor allem schärfere Regeln und natürlich auch dessen Kontrollen - mit entsprechenden Konsequenzen. Als "Bootsführer" -ohne Kenntnisse- kann jeder ein Boot bis 15 PS anmieten und übers Wasser schippern. Diese Lockerung im Schifffahrtswesen sorgt seit Jahren für erheblichen Zuwachs an Wasserfahrzeugen im Balearischen Raum. Aber wie verhalte ich mich als Führer eines Wasserfahrzeuges richtig?


Im Grunde ist der Verkehr auf dem Meer nicht viel anders als auf den Straßen geregelt.

 

 

Die grundsätzlichen Verkehrsregeln auf dem Meer seien international verbindlich, von den Vorfahrtsregeln beim Aufeinandertreffen zweier Schiffe bis hin zu Geschwindigkeitsvorschriften in Küstennähe. So darf etwa motorisierter Verkehr auf dem Meer nicht näher als 200 Meter an den Strand und 50 Meter an die Küste herankommen. Sobald das Wasserfahrzeug die 200 Meter-Marke unterschritten hat, darf dieses mit einer Geschwindigkeit von höchstens 3 Knoten fahren.

 

Jetskis dürfen zudem nur 200 Meter von der Küste entfernt fahren. Nähert sich ein Jetski-Fahrer dem Hafen, muss er seine Geschwindigkeit stark reduzieren ( max. 3 Knoten) und im Zickzack fahren.

Noch gravierender ist die Sicherheitsfrage. Schon ganz gewöhnliche Jetskis können bis zu 80 Kilometer pro Stunde schnell werden.

Um eine Jetski auf den Balearen fahren zu dürfen (nicht können) muss lediglich ein sechsstündiger Kurs, der ohne Prüfung beendet wird, absolviert werden. Auf Mallorca werben Anbieter dafür, den Kurs in fünf Stunden oder weniger zu absolvieren, die Kosten für den Führerschein liegen bei wenigen Hundert Euro.

 

 

Null-Tolleranz bei Alkohol & Drogen

 

Ein weiterer Faktor: Viele Menschen urlauben gerade, wenn sie auf dem Meer unterwegs sind. Das bedeute, sie lassen auch mal fünfe gerade sein, trinken Alkohol oder nehmen gar Drogen, obwohl sie am Steuerruder sitzen. Das Bewusstsein für die Gefahr sei häufig nicht vorhanden.

Leider wird nur bei einem Unfall ein Alkoholtest u.a. von der Guardia Civil vorgenommen.

 

Dennoch: Finger weg von Alkohol & Drogen - Sicher am Steuer!

 

Kontrollen? Personalmangel!

 

Mangel an Personal und Ausstattung ist bei den zuständigen Behörden schwerwiegend. Die Guardia Civil verfügt gerade einmal über drei größere Patrouillenboote, die alle in Palma stationiert sind. Darüber hinaus gibt es noch ein Aushilfsboot in Porto Pí und ein besseres Schlauchboot auf Cabrera. Mit gerade einmal fünf Booten ist es unmöglich, Tausende Schiffe und andere Gefährte auf dem Meer effektiv zu überwachen.

Von Seiten der balearischen Landesregierung gibt es wenig Unterstützung bei der Kontrolle auf dem Meer. Die Generaldirektion für Häfen auf den Inseln verfügt gerade einmal über zwei Inspekteure. Diese arbeiten ebenfalls am Anschlag, vor allem in diesem Jahr. Bereits 189 Inspektionen haben die Mitarbeiter bislang ausgeführt. Dem gegenüber stehen 109 im gesamten vergangenen Jahr.