23.07.2026
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Was hilft bei Seekrankheit auf einer Yacht?


Seekrankheit kann selbst erfahrene Segler treffen und einen entspannten Törn schnell unangenehm machen. Sie entsteht, wenn Augen und Gleichgewichtsorgan widersprüchliche Informationen über die Bewegung des Bootes an das Gehirn senden. Erste Anzeichen sind häufiges Gähnen, Müdigkeit, Blässe, kalter Schweiß, vermehrter Speichelfluss und ein flaues Gefühl im Magen. Wer diese Warnzeichen bemerkt, sollte sofort handeln, da sich fortgeschrittene Beschwerden schwerer lindern lassen.


Die besten Sofortmaßnahmen an Deck

 

Sobald sich erste Anzeichen von Seekrankheit bemerkbar machen, hilft meist der direkte Weg an Deck. Suchen Sie sich einen sicheren Platz an der frischen Luft und richten Sie den Blick auf den Horizont oder eine weit entfernte Küstenlinie. So können Augen und Gleichgewichtssinn die Bewegungen der Yacht besser einordnen. Am Bug sind die Bewegungen häufig besonders deutlich zu spüren, weshalb ein Platz näher an der Mitte der Yacht meist angenehmer ist. Informieren Sie außerdem frühzeitig den Skipper, damit er die Situation im Blick behalten und bei Bedarf die Route oder Geschwindigkeit anpassen kann. Handy, Buch und Navigations-App sollten zunächst in der Tasche bleiben, denn das Fixieren naher Gegenstände kann die Übelkeit verstärken. Halten Sie den Kopf möglichst ruhig, lehnen Sie ihn an und atmen Sie langsam und gleichmäßig. Oft hilft es schon, sich bewusst zu entspannen und die Bewegung des Bootes anzunehmen, statt dagegen anzukämpfen.

 

Frische Luft, leichte Kost und ausreichend Flüssigkeit

 

Hitze, stickige Luft und intensive Gerüche können die Beschwerden verschlimmern. Halten Sie sich deshalb möglichst in einem gut belüfteten Bereich auf und meiden Sie Dieselabgase, Zigarettenrauch, starkes Parfüm und schwere Essensgerüche. Auch beim Essen gilt: lieber kleine, leichte Portionen als eine üppige Mahlzeit. Brot, Cracker, Banane oder Reis sind meist besser verträglich als fettige oder stark gewürzte Speisen. Trinken Sie regelmäßig kleine Schlucke Wasser oder Tee und verzichten Sie vor und während des Törns möglichst auf Alkohol.

 

Medikamente frühzeitig einplanen

 

Mittel gegen Seekrankheit wirken in der Regel am besten, wenn sie rechtzeitig vor dem Ablegen eingenommen oder angewendet werden. Viele Präparate können jedoch müde machen, Schwindel auslösen oder die Reaktionsfähigkeit beeinträchtigen. Welche Mittel geeignet sind, sollte besonders bei Kindern, in der Schwangerschaft, bei chronischen Erkrankungen oder bei der regelmäßigen Einnahme anderer Medikamente vorab ärztlich oder in der Apotheke geklärt werden. Sinnvoll ist es außerdem, ein Präparat bereits vor dem Urlaub zu testen. So zeigt sich frühzeitig, ob unerwünschte Nebenwirkungen auftreten.

 

Ingwer und Akupressurbänder als Ergänzung

 

Ingwertee, Ingwerbonbons oder Ingwerkapseln werden häufig gegen Übelkeit empfohlen und von manchen Menschen als angenehm empfunden. Eine zuverlässige Wirkung gegen Seekrankheit ist allerdings nicht eindeutig belegt. Ähnlich verhält es sich mit Akupressurbändern. Sie sind in der Regel unkompliziert anzuwenden und können ergänzend ausprobiert werden, sollten bei starker Anfälligkeit aber nicht die einzige Vorsorgemaßnahme bleiben.

 

Gut vorbereitet in den Törn starten

 

Eine erholsame Nacht vor dem Ablegen ist oft mehr wert als jedes Hausmittel. Wer zu Seekrankheit neigt, sollte außerdem für den ersten Tag lieber eine kurze Etappe wählen und nach Möglichkeit in geschützten Gewässern starten. Für den Fall, dass sich jemand übergeben muss, gehören stabile Beutel oder ein Eimer griffbereit ins Cockpit. Die betroffene Person sollte sich niemals ungesichert über die Reling beugen, da dies besonders bei Seegang gefährlich werden kann.

 

Wann medizinische Hilfe nötig ist

 

Kann die betroffene Person selbst kleine Schlucke Flüssigkeit nicht bei sich behalten oder wird sie zunehmend schwächer, sollte der Skipper die Situation ernst nehmen, einen Hafen anlaufen oder medizinische Unterstützung organisieren. Brustschmerzen, Atemnot, Ohnmacht, starke Kopfschmerzen, Sprachstörungen oder einseitige Schwäche sind keine typischen Anzeichen von Seekrankheit und erfordern sofortige Hilfe.

 

Entspannt durch den Törn

 

Seekrankheit lässt sich nicht in jedem Fall vollständig verhindern, doch eine gute Vorbereitung macht oft den entscheidenden Unterschied. Wer ausgeschlafen startet, leichte Verpflegung und ausreichend Wasser dabei hat, erste Anzeichen ernst nimmt und geeignete Mittel griffbereit hält, ist klar im Vorteil. So bleibt mehr Zeit für das, worum es beim Törn wirklich geht: das Meer genießen, neue Buchten entdecken und entspannte Stunden an Bord verbringen.