22.03.2026
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Bahamas & Exumas: Tipps und Tricks


Du wolltest bestimmt schon immer mal in die Karibik reisen, um dort segeln zu gehen. Es ist alles, was du dir vorstellst, und noch viel mehr. Türkisfarbenes Wasser, einsame Buchten und dieser ganz besondere Rhythmus aus Wind, Sonne und Salz. Aber so traumhaft das Revier auch ist, es hat seine Eigenheiten. Wenn man sie kennt, wird der Törn nicht nur entspannter, sondern auch deutlich sicherer. Hier sind die wichtigsten Tipps und Tricks für die Bahamas und insbesondere die Exumas.


Tiefe

Das Allerwichtigste vorweg: Es ist flach. Wirklich flach. Aber genau das macht den Reiz aus. Das Wasser ist so klar, dass du in den meisten Fällen den Grund sehen kannst. Sand, Seegras, Korallen oder dunklere Löcher lassen sich bei guten Bedingungen gut unterscheiden.

Kritisch wird es bei starkem Wellengang oder wenn du gegen die tiefstehende Sonne fährst. Dann verschwindet die Sicht auf den Grund schnell. Plane deine Kurse also so, dass du möglichst mit der Sonne im Rücken navigierst.

Und auch wenn es oft einfach aussieht: Vorsicht bleibt Pflicht. Lass unerfahrene Crewmitglieder nicht zu lange alleine am Steuer, gerade nicht in anspruchsvollen Passagen.

 

Tide und Strömung

Die Bahamas haben einen moderaten Tidenhub, der aber absolut relevant ist. Besonders beim Ankern im flachen Wasser kann das schnell entscheidend werden.

Dazu kommen teils starke Strömungen, vor allem in den sogenannten Cuts und Channels. Dort können schnell 2 bis 3 Knoten zusammenkommen. Diese Strömungen entstehen auch durch die extremen Tiefenunterschiede: Östlich der Exumas fällt der Meeresboden abrupt auf mehrere hundert bis über tausend Meter ab, während es westlich oft bei unter zehn Metern bleibt.

Das sorgt für spürbare Wasserbewegung und vor allem für wechselnde Richtungen. Achte beim Ankern unbedingt auf genügend Abstand zu anderen Booten. Es kann gut sein, dass dein Nachbar nachts komplett anders schwojt als du.

 

Kartenmaterial

Ein oft unterschätzter Punkt. Gute Karten sind hier entscheidend.
Navionics funktioniert grundsätzlich, aber viele Segler schwören in den Bahamas auf Aquamaps. Die Daten sind an vielen Stellen genauer und häufig etwas konservativer, was in diesem Revier eher ein Vorteil ist.
Das praktische: Es gibt ein zweiwöchiges Probeabo. Perfekt für einen Törn.

 

Planung, Planung, Planung

Vor allem beim Thema Proviant.
Entlang der Route gibt es nur wenige Möglichkeiten, einzukaufen. Restaurants sind ebenfalls rar, besonders wenn du die abgelegeneren Spots ansteuerst. Frisches Obst und Gemüse sind schwer zu bekommen und oft teuer.
Eine gute Vorbereitung spart dir nicht nur Stress, sondern auch ordentlich Geld. Die Preise auf den Bahamas sind deutlich höher als man es vielleicht erwartet.

 

Nutze den Morgen

In der Karibik ist der Tagesrhythmus einfach: Hell wird es gegen 6 Uhr, dunkel gegen 18 Uhr.

Es ist verlockend, lange zu schlafen. Aber wenn du früh losfährst, hast du die Strecke schnell hinter dir und kannst den restlichen Tag an deinem Ziel genießen. Schnorcheln, erkunden, entspannen.
Wer spät startet, segelt oft in die beste Zeit des Tages hinein.

 

Zeitraum und Dauer

Weniger als zwei Wochen lohnen sich kaum. Die Wege sind zwar nicht riesig, aber es gibt so viele Spots, dass du schnell in Zeitdruck gerätst.

Die beste Saison liegt ungefähr zwischen Dezember und Mai. In dieser Zeit hast du stabile Passatwinde, angenehme Temperaturen und deutlich geringeres Risiko für Stürme. Die Hurrikansaison von Juni bis November solltest du eher meiden.
Wenn du es einrichten kannst, sind die Monate Februar bis April oft ein sehr guter Kompromiss aus Wetter, Wind und weniger Andrang.

Am Ende gilt: Die Bahamas sind kein schwieriges Revier, aber eines, das Aufmerksamkeit verlangt. Wer sich darauf einstellt, wird mit einem der schönsten Segelgebiete der Welt belohnt.