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Seemannsknoten: Gut geknotet - sicher unterwegs
Als Seemannsknoten (auch Schifferknoten oder seemännische Knoten genannt) werden alle Knoten bezeichnet, die wichtig für den Einsatz in der Seefahrt sind. Insbesondere geht es hier bei jeder Art von Schiff, also Motorboot und Segler, um das Festmachen und bei Segelschiffen auch um die Befestigung und Kontrolle der Segel (Segelknoten) mit Hilfe des Knotens. Die Knotenkunde ist elementarer Bestandteil jeder Schiffsfahrt und daher fester Bestandteil der Sportbootführerscheinprüfung. Das Lernziel ist, dass der Schiffsführer für jede Situation die richtigen Knoten parat hat. Die wichtigsten Knoten sollte jedes Crewmitglied kennen! Wir zeigen Ihnen 10 Seemannsknoten, die durchaus in der Prüfung für den Sportbootführerschein abgefragt werden können.
1. Achtknoten
Der Achtknoten verhindert, dass ein Seil ausrauscht. Ausrauschen bedeutet, dass ein Seil durch eine Öse gezogen wird und dann hinterher mühsam wieder eingefädelt werden muss. Es könnte auch passieren, dass ein Seil in den Mast gezogen wird - dieses Problem könnte man selbst wahrscheinlich nicht beheben und müssten den Törn unterbrechen oder beenden.
Diese Probleme lassen sich leicht verhindern, indem man am Ende von Leinen einen Achtknoten setzt. Er wird daher auch Stopperknoten genannt.
So geht`s:
Die Bucht wird zweimal verdreht und das Ende durch die doppelt verdrehte Bucht gesteckt. Der Knoten sieht tatsächlich wie eine Acht aus, es lässt sich also leicht überprüfen, ob er richtig geknotet wurde.

2. Palstek
Der Palstek ist etwas schwieriger zu erlernen – aber wenn man ihn einmal beherrscht, vergisst man ihn in der Regel nicht wieder. Der Palstek ist ein echter Allrounder unter den Knoten. Man braucht ihn auf dem Boot sehr oft. Wichtigste Eigenschaft: Die gebildete Schlaufe ist sehr belastbar und zieht sich nicht zu. Man kann mit Hilfe des Palsteks zum Beispiel sehr einfach das Boot an einem Poller festmachen.
So geht`s:
Man legt ein Auge. Das lose Ende wird von unten durch das Auge gesteckt. Und dann um
das andere Ende herumgeführt. Um dann wieder durch das Auge zu verschwinden. Hierzu gibt
es einen Merkspruch, der vielen hilft die Ausführung zu verinnerlichen: „Die Schlange kommt aus dem See heraus, kriecht um den Baum herum und steigt wieder ins Wasser hinein.“



3. Webleinstek (auch Webeleinstek genannt)
Der Webleinstek wird in aller Regel verwendet, um Fender mit dem Tampen an der Reling zu befestigen. Eigentlich ist er ein sehr simpler Knoten aus zwei Rundtörns. Aufgrund der schwierigen Ausführung sollte man ihn aber vor der Prüfung reichlich geübt haben.
So geht`s:
Das kurze Ende wird um den Pfahl geführt (Rundtörn). Danach wird das kurze Ende erneut um den Pfahl geführt. Wichtig: Der zweite Rundtörn bekneift den ersten. Der letzte Schritt ist das Unterstecken des Endes.




4. Stopperstek
Mit dem Stopperstek kann eine dünnere Leine mit einer dickeren verbunden werden. Wichtiger Vorteil des Stoppersteks: Er kann auch dann verwendet werden, wenn die dickere Leine bereits unter Spannung steht.
So geht`s:
Analog Webleinstek, jedoch mit einer zusätzlichen Windung in Zugrichtung:
Man legt zwei Rundtörns um die durchgehende Leine. Dann kreuzt man und geht nach vorne, also über die zwei Rundtörns und steckt unter dem eigenen Ende durch und zieht den Knoten fest. Der Knoten blockiert in Richtung der zwei Rundtörns. In die andere lässt er sich verschieben.


5. Webleinstek auf Slip
Der Unterschied zwischen dem Webleinstek und dem Webleinstek auf Slip liegt darin, dass der im letzten Schritt der Ausführung nicht das Ende, sondern eine Bucht untergesteckt wird. Der Knoten lässt sich dadurch schneller öffnen. Diese Variante ist sehr praktisch - aber weniger zuverlässig.
So geht`s:


6. 1 1/2 Rundtörn mit zwei halben Schlägen
Dieser Knoten eignet sich zum zuverlässigen Befestigen an Stangen oder Ringen oder Ähnlichem.
So geht`s:
Das Seil wird anderthalbmal um den Gegenstand geführt. Danach werden die zwei halben Schläge um das stehende Ende gelegt. Die zwei halben Schläge müssen in der gleichen Richtung gelegt werden, damit ein Webleinstek um das stehende Ende entsteht. (Ein halber Schlag oder Halbschlag entsteht, wenn mit der losen Part ein einfacher Törn um die stehende Part geschlagen wird.)



7. Kreuzknoten
Der Kreuzknoten wird benutzt, um zwei gleich starke Seile zu verbinden. Er ist sehr einfach zu knoten, denn es handelt sich eigentlich um zwei ineinander gesteckte Buchten.
So geht`s:
Der Kreuzknoten wird gebunden, indem man zwei Buchten durch die jeweils andere führt. Er wurde richtig ausgeführt, wenn die Enden parallel liegen und der Knoten flach ist. Man kann den Knoten mit den zwei Enden eines Seils üben oder die zwei unterschiedlich dicken Seile nutzen. Hinweis: In der Praxis sollten keine Seile unterschiedlicher Stärke mit diesem Knoten verbunden werden.


8. Einfacher Schotstek
Der Schotstek wird benutzt, um zwei unterschiedlich starke Seile zu verbinden. Er zieht sich auch unter Belastung nicht wirklich fest zu und kann fast immer auch ohne Werkzeug wieder geöffnet werden.
So geht`s:
Eine Bucht in das dickere Seil legen. Das dünnere Seil von unten durch die Bucht des stärkeren Seils schieben, über die feste Part der Bucht – von außen herum und dann durch die neue Schlaufe stecken und festziehen.

9. Doppelter Schotstek
Der Doppelte Schotstek hat gegenüber dem einfachen eine höhere Belastbarkeit.
Anleitung Doppelter Schotstek:
Analog Schotstek, jedoch wird das dünne Seil nicht nur einmal, sondern
ein zweites Mal um die Bucht des dickeren Seils geführt. Der letzte Schritt des Schotsteks wird also für den doppelten Schotstek zwei Mal ausgeführt.

10. Belegen einer Klampe mit Kopfschlag
Das Belegen einer Klampe mit Kopfschlag ist im Grunde sehr simpel und dient zum Festmachen des Bootes am Steg oder auch um bestimmte Leinen an Deck festzumachen. Eine falsche Ausführung kann jedoch schlimme Folgen haben, denn das Boot ist nur dann sicher am Steg befestigt, wenn die Klampe richtig belegt ist.
So geht`s:
Man legt einen Rundtörn um den Fuß der Klampe und kreuzt danach die Klampe mindestens einmal (Kreuzschlag). Man sichert mit einer Bucht, die so verdreht wird, dass das kurze Ende sich selbst beklemmt (Kopfschlag). Das Ende muss parallel zu dem letzten Kreuzschlag liegen.



Diese 10 Knoten können, wie schon eingangs erwähnt, in den Prüfungen zum Bootsführerschein abgefragt werden. Es gibt natürlich noch weit mehr Knoten in der Schifffahrt, jedoch sind diese hier ein MUSS für jeden “Kapitän” der kleinen und großen Meere.
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Titelbild: Freepik / Abovetrag




