Segeln in den Grenadinen: St. Vincent und Blue Lagoon
St. Vincent ist die nördlichste Insel der Grenadinen und mit über einhunderttausend Einwohnern eine der dichter besiedelten Inseln der östlichen Karibik. Wenn du sie mit deiner Yacht ansteuerst, habe ich ein paar praktische Tipps für dich.
Kommst du von Norden, ist die Blue Lagoon eine gute Anlaufstelle. Vor der Weiterfahrt in die Grenadinen hast du dann nur noch eine kurze Etappe vor dir. Die Lagune liegt geschützt vor dem Wind, es steht aber oft etwas Schwell hinein. Je nach Wind lässt der auch wieder nach. Die Einfahrt ist nichts für große Monos. Teilweise geht es bei Niedrigwasser auf etwa 1,6 m runter. Zusätzlich liegt ein Wrack direkt in der Einfahrt. Du kannst und solltest dicht daran vorbeifahren, dann passt es. Vor Ort gibt es sowohl private als auch offizielle Bojen. Die Buoy Boys helfen dir wie üblich beim Festmachen, für eine kleine Gebühr. 20 EC sind in der Regel ausreichend.
In der Blue Lagoon kannst du auch ein- und ausklarieren. Das Büro ist allerdings eher träge, die Stimmung schwankt und nach 16 Uhr werden gerne zusätzliche Gebühren fällig. Bei uns hat Sailclear nicht funktioniert, sodass wir alles händisch ausfüllen mussten. Die Marina selbst ist ordentlich ausgestattet. Es gibt einen kleinen Minimarkt, Geldautomaten, Duschen, Toiletten und sogar einen Pool, der überraschend nett ist. Das Personal ist freundlich und hilfsbereit.
Vom Schwimmsteg würde ich dir abraten. Der ist in keinem guten Zustand, ziemlich unruhig und du musst dort römisch-katholisch anlegen, ohne Unterstützung zu bekommen. Das macht wenig Spaß und ist den Aufwand nicht wert.
Kulinarisch ist das Café Soleil in Ordnung, aber wenn du die Wahl hast, geh lieber ins Driftwood. Das Essen ist dort deutlich besser. Abends solltest du generell etwas vorsichtig sein. Zu Fuß unterwegs zu sein, vor allem allein oder als Frau, würde ich eher vermeiden.
Eine klare Empfehlung ist eine Inseltour mit einem lokalen Anbieter. Meist ist eine Wanderung auf den Vulkan, Mittagessen und ein Stopp an einem Strand mit Salt Pond dabei. Preislich liegst du für einen ganzen Tag inklusive Verpflegung etwa zwischen 75 und 100 USD. Der Hike zum Vulkan ist landschaftlich stark, aber nichts für Untrainierte. Auf dem Weg dorthin bekommst du viel über die Geschichte der Insel mit, während du durch kleine Dörfer fährst. Auch während der Wanderung lernst du einiges über Natur und Vulkanlandschaft. Insgesamt lohnt sich das wirklich.
Nimm dafür am besten eine Regenjacke, Wechselkleidung, feste Schuhe und Badesachen mit. Nach der Tour noch ins Meer zu springen, gehört irgendwie dazu.






