17.06.2026
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Poros - ein Juwel im Saronischen Golf


Wer seinen Törn in Athen beginnt, steht oft vor der gleichen Frage: Wo verbringt man die erste Nacht? Möglichst nicht zu weit entfernt, aber trotzdem schon weit genug weg vom Trubel der Großstadt. Die Antwort vieler erfahrener Segler lautet seit Jahren: Poros.


Die kleine Insel liegt nur rund 25 Seemeilen südwestlich von Athen und ist damit ein ideales erstes oder letztes Ziel im Saronischen Golf. Doch Poros ist weit mehr als nur ein praktischer Zwischenstopp. Die Insel gilt als die grünste im gesamten Saronischen Golf. Statt karger Hügel dominieren Pinienwälder die Landschaft, die bis an die Küste reichen. Schon bei der Einfahrt in die schmale Meerenge zwischen Poros und dem Peloponnes entsteht beinahe Fjord-Atmosphäre: Grün bewachsene Hänge, kleine Häuser am Wasser und überall das geschäftige Treiben der Segler.

 

Der Hafen von Poros ist bei Seglern besonders beliebt, nicht zuletzt wegen seiner fairen Preise. Sowohl Es gibt sowohl Längsseitsplätze direkt an der Promenade als auch römisch-katholische Liegeplätze mit Heckanker. Gerade am Abend, wenn die Sonne hinter den Hügeln verschwindet und die Cafés ihre Tische am Wasser aufstellen, entsteht eine Atmosphäre, die viele Crews dazu verleitet, länger zu bleiben als ursprünglich geplant. Aktuell befindet sich auch ein neuer Aussenpier im Bau, der Raum für mehr schafft.

Kulinarisch hat Poros einiges zu bieten. Statt großer Touristenketten findet man zahlreiche lokale Restaurants mit griechischer Küche. Besonders beliebt sind das Oasis direkt an der Promenade, das etwas höher gelegene Apagio mit schönem Blick aufs Wasser oder die familiengeführte Taverne Grecque Familiale. Hier bekommt man typisch griechische Küche zu vernünftigen Preisen und sitzt meist mit direktem Blick auf die vorbeifahrenden Boote.

 

Wer nach dem Essen noch nicht zurück aufs Boot möchte, findet ebenfalls genügend Möglichkeiten. Die Insel ist zwar keine Partyhochburg, einige Bars sorgen aber für einen entspannten Ausklang des Abends. Bekannt ist vor allem die Malibu Bar, die seit Jahren ein beliebter Treffpunkt für Segler und Einheimische ist. Trotzdem bleibt Poros in der Regel angenehm ruhig und wirkt deutlich entspannter als manche der stärker frequentierten Inseln.

 

 

Abseits des Hafens zeigt sich die Insel von ihrer vielleicht schönsten Seite. Mit Roller oder Quad lassen sich die wenigen Straßen bequem erkunden. Immer wieder eröffnen sich Ausblicke über den Saronischen Golf, kleine Kapellen verstecken sich zwischen Pinienwäldern und hinter der nächsten Kurve wartet oft schon die nächste Badebucht.

Besonders reizvoll sind die zahlreichen Ankerbuchten rund um die Insel. Hier kann sowohl frei geankert als auch mit Landleine festgemacht werden. Ein besonderer Tipp ist die Russian Bay mit ihrem geschützten Liegeplatz und kristallklarem Wasser. Allerdings sollte man in vielen Buchten den Schwell der vorbeifahrenden Fähren im Auge behalten, der vor allem tagsüber spürbar sein kann.

 

 

Wer während des Törns Wäsche waschen möchte, findet einen Laundry-Service direkt im Ort - etwa 15€.
Strom und Wasser sind ebenfalls im Hafen verfügbar und können in verschiedenen Paketen gekauft werden. Allerdings liefert der Stromanschluss nicht immer stabile 230 Volt. Besonders bei größeren Verbrauchern wie Bordklimaanlagen kann es deshalb gelegentlich zu Problemen kommen.

 

Poros ist keine Insel der Superlative. Gerade das macht ihren Charme aus. Die Mischung aus grüner Landschaft, guten Restaurants, entspanntem Hafenleben und zahlreichen Ankerbuchten macht sie zu einem Ort, an dem aus einer geplanten Nacht schnell zwei oder drei werden.