31.08.2026
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Diese „Superyacht“ gehörte ihnen nie: Die Anwälte der Tate-Brüder geben zu, dass der luxuriöse Lebensstil eine bezahlte Inszenierung war


Jahrelang bauten Andrew und Tristan Tate ein Online-Imperium auf, das auf Bildern von ihnen selbst an Bord eleganter Superyachten, mit Zigarren in der Hand und Gischt im Rücken, basierte. Wie sich herausstellte, gehörte die Yacht ihnen nicht – und auch der Großteil der übrigen Fantasiewelt war nicht real.


In neuen Gerichtsunterlagen, über die „The Guardian“ berichtete, räumten die Anwälte der umstrittenen Influencer-Brüder ein, dass das auf ihren Social-Media-Kanälen verbreitete Filmmaterial der Superyacht keineswegs ein Beweis für das Eigentumsrecht sei, sondern im Rahmen einer bezahlten Werbevereinbarung für die Betreiber des Schiffes produzierte Inhalte. Im Klartext: Es handelte sich um ein Charter- oder Marketing-Shooting, nicht um eine Prahlerei.

 

Dieses Eingeständnis geht über die Yacht hinaus. Den Unterlagen zufolge waren der Aston Martin und mehrere Bugattis, die regelmäßig in den Videos der Brüder zu sehen waren, gemietet und nicht in ihrem Besitz, und Behauptungen über die atemberaubenden Summen, die ihre Beiträge angeblich generierten, waren – nach den Worten ihrer eigenen Anwälte – zur Dramatisierung übertrieben.

Die angeführte Begründung ist offen: Das gesamte Geschäftsmodell der Brüder basiert auf Online-Aufmerksamkeit, und übertriebene Behauptungen über Reichtum sind einfach ansprechender als die Wahrheit. Je provokanter das Bild – die Yacht, der Supersportwagen, die Zahl –, desto mehr verbreitet es sich und desto mehr lässt es sich monetarisieren.

 

Wer sind die Tate-Brüder?

Andrew Tate und sein jüngerer Bruder Tristan sind britisch-amerikanische ehemalige Kickboxer, die zu Influencern der „Manosphere“ wurden und für hypermaskuline Inhalte bekannt sind, die Reichtum und Dominanz propagieren. Sie bauten sich eine Fangemeinde durch Geschäfte wie Webcam-Modeling-Unternehmen und einen Online-Kurs auf, in denen sie einen Lebensstil mit Supersportwagen, Privatjets und Yachten vermarkteten – laut Gerichtsunterlagen wurde ein Großteil davon für die Inhalte gemietet und nicht selbst besessen. Beide sehen sich in Großbritannien und Rumänien schweren strafrechtlichen Vorwürfen gegenüber, darunter Vergewaltigung und Menschenhandel, die sie bestreiten.

 

Warum dies für die Yachtwelt von Bedeutung ist

Diese Geschichte macht deutlich, wie leicht sich der „Superyacht-Lifestyle“ künstlich inszenieren lässt. Schon ein einziger Tag mit Charter-Filmmaterial kann als Symbol für Reichtum und Besitz präsentiert werden – selbst wenn überhaupt keine echte Verbindung zur Yacht besteht.