Die Türkei sagt den Anlauf der „Scarlet Lady“ von Virgin Voyages in Kuşadası aufgrund einer Kontroverse um die LGBTQ+-Gemeinschaft ab
Ein geplanter Anlauf des LGBTQ+-freundlichen Kreuzfahrtschiffs „Scarlet Lady“ von Virgin Voyages im Hafen von Kuşadası an der türkischen Ägäisküste wurde nach dem Eingreifen der lokalen Behörden abgesagt, was innerhalb der Kreuzfahrttourismusbranche des Landes eine Debatte ausgelöst hat.
Das Schiff mit einer Kapazität von 4.000 Personen, das fast 3.000 Passagiere und mehr als 1.100 Besatzungsmitglieder an Bord hatte, sollte ursprünglich am 7. Juli in Kuşadası anlegen. Gemäß dem ursprünglichen Reiseplan sollten die Passagiere die antike Stadt Ephesus besichtigen, bevor das Schiff am späten Nachmittag wieder auslaufen sollte.
Die Absage wurde vom Gouverneur von Aydın, Osman Varol, bekannt gegeben, der in einer schriftlichen Erklärung bestätigte, dass die Reise nicht stattfinden werde.
„Die geplante Veranstaltung wurde abgesagt“, sagte Varol. „Es kommt nicht in Frage, dass die betreffende Gruppe unsere Provinz in der beschriebenen Weise besucht.“
Das Büro des Gouverneurs erklärte, die Entscheidung sei auf eine breite Diskussion in den sozialen Medien zurückzuführen, in der behauptet wurde, die gecharterte Kreuzfahrt würde eine große Gruppe von LGBTQ+-Passagieren nach Kuşadası bringen. In der Erklärung bezeichneten die Behördenvertreter die geplante Veranstaltung als unvereinbar mit dem, was sie als „soziale Struktur und moralische Werte“ der Region bezeichneten.
Die Behörden betonten, dass die Absage nur für diese spezifische Reise gelte und keine Auswirkungen auf andere Kreuzfahrtaktivitäten im Hafen von Kuşadası habe. In der Erklärung hieß es weiter, dass touristische Aktivitäten, einschließlich des Kreuzfahrttourismus, wie gewohnt fortgesetzt würden und dass die Provinz weiterhin bestrebt sei, inländische und internationale Besucher willkommen zu heißen.
Branche äußert Bedenken
Die Entscheidung hat bei einigen Vertretern der türkischen Kreuzfahrtbranche Besorgnis ausgelöst, die argumentieren, dass die Absage eines geplanten internationalen Kreuzfahrtanlaufs dem Ruf des Landes als Kreuzfahrtziel schaden könnte.
Branchenquellen wiesen darauf hin, dass die „Scarlet Lady“ sowohl Kuşadası als auch Bodrum bereits mehrfach ohne Zwischenfälle angelaufen habe. Sie hoben zudem hervor, dass der Hafen Ege Port Kuşadası, der verkehrsreichste Kreuzfahrthafen der Türkei, im vergangenen Jahr fast eine Million Kreuzfahrtpassagiere empfangen habe.
Einige Branchenvertreter befürchten, dass die Absage ein ungünstiges Signal an internationale Kreuzfahrtunternehmen senden könnte, gerade zu einer Zeit, in der die Türkei ihre Position auf dem Kreuzfahrtmarkt im Mittelmeer weiter ausbaut.
Weder Virgin Voyages noch der Hafenbetreiber hatten sich zum Zeitpunkt der Veröffentlichung öffentlich zu der Absage geäußert.






